Webdesign Blog

16. Februar 2011

Readability: lange Webseiten komfortabel lesen, und den Autor belohnen

Es begann alles mit einer brillanten Idee: Webseiten mit viel Inhalt sollten „lesbarer“ werden! Zu diesem Zweck veröffentlichte das Unternehmen Arc90 zunächst ein Bookmarklet, „Readability“ genannt, und später auch Browser-Plugins, die auf Knopfdruck eine Webseite von allem „unnötigen Ballast“ befreien.

Ein langer Artikel bei Zeit Online? – Kein Problem, auf Knopfdruck verschwinden Navigation und Banner, die Seite wird in klarem Text dargestellt, reduziert auf den Content. – Ein Segen für Viel-Leser!

Der Nachteil für Webseiten-Betreiber war, dass die Benutzer (die noch keinen AdBlocker verwendeten) in der Readability-Ansicht keine Werbung mehr dargestellt bekamen.

Das Unternehmen hat seine Geschäftsidee nun erweitert, wie Technology Review berichtet, und bietet Anwendern nun an, einen monatlichen Beitrag für die Nutzung zu zahlen, der bei Seitenaufrufen mit Readability anteilig zu 70% an die Webseiten-Betreiber ausgeschüttet wird; 30% des Geldes verbleiben bei Readability.

Um das Geld zu erhalten müssen Seitenbetreiber sich bei dem Unternehmen zunächst registrieren. Geld für Seitenaufrufe bis zu einer Registrierung werden auch nachträglich noch gutgeschrieben.

Dies ist eine interessante Möglichkeit, für Seiten mit viel Content, zusätzlich Gewinne zu erzielen, wenn auch noch keine handfesten Zahlen zu diesen Erträgen verfügbar sind.

Auch Apps für Smartphones und Tablets sind in Arbeit.

Der Ansatz der Entlohnung der Inhalte-Anbieter ist dem noch jungen Dienst flattr nicht unähnlich, bietet aber durch seine aufgeräumte Darstellung von Inhalten noch zusätzlichen Mehrwert. Zudem entfällt das direkte „Bezahlen“ für Seiten, Readability verteilt die Erträge nach Nutzung. Ob das ein Vorteil oder Nachteil ist, werden die Benutzer entscheiden.

Beide Dienste bieten Content-Anbietern jedenfalls eine Möglichkeit, mit ihren Inhalten Geld zu verdienen – eine Chance, vor allem auch für kleinere Anbieter.

Über den Autor Nils Thode ist seit 1999 Geschäftsführer und Lead Software Developer der sunrise design ohg und zuständig für die technische Seite der Internetprojekte. Er spricht verschiedene Sprachen, darunter einige Computersprachen und vor allem Deutsch, damit Kunden verstanden werden und auch selbst das „Neuland“ verstehen.

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